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Matthias Rebstock (positionen): Das Eigene und der Andere (Interview)

M.R.: Du hast Dich in einer ganzen Serie von Arbeiten mit dem Thema Grenzen beschäftigt. Beim European Border Watch Projekt konfrontierst Du die Rezipientinnen und Rezipienten mit ihrem persönlichen Verhältnis zum „Schutz“ der europäischen Außengrenze. In Sprich' mit mir richtest Du die Aufmerksamkeit auf eine normalerweise verschwiegene Grenze mitten im Stadtraum von Braunschweig, die den Strich vom „normalen“ öffentlichen Raum abgrenzt. Und in TRASA ermöglichst Du Passanten, die geographische Grenze bzw. Trennung zwischen Warschau und Berlin durch eine Begegnung in einer Videoliveschaltung zu überwinden, die allerdings auf besondere Weise verfremdet ist. Schließt Deine neue Arbeit GRÜN HÖREN, die Du für die IGA in Marzahn aufgebaut hast, auch an diese Thematik an?
G.K.: Ja, das könnte man so sehen. GRÜN HÖREN besteht aus zwei Teilen: sechs in den Bäumen versteckten Lautsprechern und einem Klangfernrohr. Bei den "Hörbäumen" arbeite ich mit Vogelstimmen von sogenannten gebietsfremden Arten und lasse sie in Konkurrenz zu den heimischen Vogelstimmen treten. Interessant ist dabei für mich die Auseinandersetzung mit der Frage: Was wird als gebietsfremd klassifiziert und was nicht. Was ist also eine invasive Spezies, eine Art, die nicht hierher gehört, und wer bestimmt das, was ja auch ein Spiegel ist für unsere menschliche Gesellschaft, wo wir die gleichen Auseinandersetzungen führen.
M.R.: Das heißt, die Diskussion um invasive Arten verläuft nach ähnlichen Mustern wie die Diskussion um die menschliche Migration?
G.K: Genau. Z.B. geht es auch hier immer um die gefühlte Bedrohung, dass die heimischen Arten weniger werden und unterlegen sind. (...)
M.R.: Hier scheint mir das fast paradigmatisch angelegt: Du hast dir ja einen Ort gewählt, der von der sichtbaren Räumlichkeit durch die Brücke geprägt ist, also von einer Linie, die wie ein Schnitt durch den Park gezogen ist. Der Hörraum, den Du inszenierst, umgibt aber die Rezipienten und Rezipientinnen, die Lautsprecher schaffen einen nicht begrenzten Hörraum. Er ist, so gesehen, ein grenzenloser, aber doch definierter, identischer Raum. Das ist dann auch eine super Metapher für Abgrenzung, die man braucht, um überhaupt etwas zu identifizieren, aber ohne auszugrenzen.
(Prof. Matthias Rebstock, Universität Hildesheim, positionen 111, Mai 2017).

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Sabine Sanio (Katalog 'borderlines'): Die Wirklichkeit als Ort der Kunst

In Klang- wie Medienkunst sind die Arbeiten von Georg Klein eine Ausnahmeerscheinung. In der Klangkunst gibt es keine andere künstlerische Position, die sich in ähnlicher Intensität und Kon­sequenz mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit und dem urbanen öffentlichen Raum auseinander­setzt. In der Medienkunst sind diese Themen zwar stärker verbreitet, aber auch dort findet man weder Künstler, die dem Musikalischen und Auditiven eine ähnliche Bedeutung einräumen, noch kennen sie die Form des Ortsbezugs, die Klein entwickelt hat.
Diese beiden Aspekte machen das Besondere im ästhetischen Denken dieses Künstlers aus – die Genauigkeit und Sensibilität, mit der er für ein Projekt Klänge, Geräusche, Bilder, Gedichte oder Textkompositionen auswählt, ist ebenso ungewöhnlich wie der Ortsbezug, der den Kern seiner Ästhetik bildet."
(Prof. Sabine Sanio, UdK Berlin, Katalog 'borderlines' 2014).
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Andreas Hagelücken (Neue Zeitschrift für Musik): Borderlines. Auf der Grenze.

Klangkunst ist ortsgebunden, d. h. sucht sich ihren Ort, um (genau) da zu sein. Häufig klingt es auch, denn Klangkunst bringt Stimmen, Klänge und Geräusche zu bestimmten Orten oder ruft sie in ihnen auf. Dabei geht es zumeist um die klangliche Inszenierung des Ortes selbst oder um historische Ausgrabungen nach dem Prinzip «Hören, was nicht mehr zu sehen ist, und sehen, was gegenwärtig blieb».
Georg Kleins Arbeiten zielen in eine andere Richtung, auch wenn sie den konkreten Ortsklang reflektieren und mitunter historisch aufgeladene Orte als Vehikel nutzen. Für Turmlaute 2: Wachturm war ihm 2007 beispielsweise ein DDR-Grenzturm solch ein historisches Vehikel für die vermeintliche Verführung zur Denunziation beim Urlaub an den EU-Außengrenzen. Seine Arbeiten zielen auf die Gegenwart, inszenieren Orte als Situationen, in denen man sich umtut. Sie dekonstruieren die Prozesse, die unser Leben maßgeblich bestimmen und uns trotzdem oft fremd sind.
Kleins Interventionen verorten Phänomene, Theorien und die kritische Reflexion, sie rütteln an Gewissheiten oder angelernten Fluchten, sind inhaltliche Wegmarken, entlang derer der hinzugezogene Besucher zum Grenzgänger wird. Formal steht Klangkunst – junges Gemüse im Vorgarten der alten Musen – ohnehin im Grenzland. So liegt es nahe, Kleins klangkünstlerisches Schaffen seit 2001 (transition – berlin junction) unter dem Begriff der «Grenze» zu subsumieren: borderlines von Georg Klein, der deutsch-englisch ausgeführte Katalog, geht nicht nur von der weit verbreiteten Auslegung der Klangkunst als Grenzdisziplin oder als randständiger Kunst per se aus, sondern vertieft sich in den Begriffen der Grenze und der Grenzziehung als Dreh- und Angelpunkt, an dem konkret Kleins Schaffen auszumachen ist.
(Andreas Hagelücken, NZfM 3/2015).
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Max Glauner (Katalog 'borderlines'): Kommst du rein ?

Grenzen überwinden, überschreiten oder gleich einreißen. Nichts scheint im zeit­genössischen Diskurs über Kunst gängiger, als definierte Marken für ungültig zu erklären. Sich auf Grenzen zu bewegen, sie als Möglichkeitsraum, als produktiven weil transi­tori­schen Raum zu begreifen - wie im Werk von Georg Klein - ist dagegen wenig populär. (...)

Die Qualität des Partizipatorischen in Georg Kleins Arbeiten hängt nicht am Grad körperlich-praktischer Inanspruchnahme des Publikums, auch wenn die Besucher eingeladen sind, durch ihre Bewegungen interaktiv Klangsituationen zu schaffen, wie in transition – berlin junction (2001), oder vor laufender Kamera zu agieren, wie in TRASA warszawa-berlin (2004). Und das gilt ebenso für Arbeiten, in denen zum Beispiel dazu aufgerufen wird, Fotos von Plakaten eines nigerianischen Flüchtlings im Stadtraum zu machen, um diese weiterzuverbreiten, wie in tracing Godwin (2014). (...)
Er wird zum Mitwisser, ja Komplizen, der sich zum Berichteten wie zur Frage nach gesell­schaftlicher und politischer Akzeptanz erneut in ein kritisch-reflektiertes Verhältnis zu setzten hat. Dieser Vorgang zeigt sich insoweit wieder als Form der Partizipation, als er die Kollaboration der Interviews in Stellvertretung des Interviewten wie des Interviewers mitvollzieht und sich damit auch an die Position des Künstlers setzt. Das Display von Sprich mit mir fordert den Betrachter-Zuhörer nicht umsonst auf, etwas von sich preiszu­geben, um auf sich zurückgeworfen Partizipation als deren Reflexion zu realisieren.
Dieser Aufruf ist mal leiser, mal lauter in den meisten Arbeiten Georg Kleins zu ver­neh­men, oft in Transitr.umen, Grenzr.umen, Passagen. Meist ist es eine diskrete akustische oder visuelle Irritation im öffentlichen Raum, die zum Innehalten, zum Hören und Sehen, zur Spurensuche und Teilhabe einlädt. Die Dialektik des Partizipativen zeigt sich bereits in der frühen Installation Ortsklang Marl Mitte. Blaues Blach – Viel Kunst. Wenig Arbeit (2002), die nicht nur den Gattungstitel, sondern auch die Ausgangsstruktur nach­folgender klangkünstlerischer Arbeiten Kleins vorgibt.
(Max Glauner, Katalog 'borderlines' 2014)
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Michael Reichelt (Kunstforum INTERNATIONAL): Post Colonial Flagship Store

Die Berliner Künstler Sven Kalden und Georg Klein haben nun in Wien als 'Curatorial Executive Officers' (CEOs) den "Post Colonial Flagship Store" im freiraum des quartier21 eingerichtet und internationale Künstler und Künstlerinnen mit ihren Werken dazu gebeten. In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte von Ökonomie, Politik und Herrschaft thematisiert. (...)
Georg Klein und Steffii Weismann interessieren sich für die Ausbeutung und Degradierung von Arbeit im Kontext von Warentermingeschäften mit Lebensmitteln. In der 3-Kanal-Videoarbeit "UNzuRECHT A" beobachten sie einen Broker bei seiner Arbeit mit PC und Telefon und zeigen einen Werbung, die private Anleger für die Spekulation animieren möchte, um das Geld zwecks Vermehrung 24 Stunden arbeiten zu lassen. In der dritten Projektion ist ein Arbeiter bei der Palmölernte zu sehen. Die körperlich harte Arbeit mit der Machete steht in großem Kontrast zu der Arbeit der Profiteure an Börse und Schreibtisch. Völlig getrennt voneinander befinden sich alle in einem Verwertungskontext.
(...) Historische Dimensionen des Kolonialismus sind hier ebenso präsent wie aktuelle Themen. Schon vor dem MuseumsQuartier sogen große Plakatflächen für Irritation. Sie werben für europäische Firmen wie BMW, Miele oder Siemens. Es sind Reproduktionen von Gemälden, die die deutsche Konzeptkünstlerin Ingeborg Lockemann bei Plakatmalern in Ghana in Auftrag gab. Die für das europäische Auge fremde Machart und der Kontrast zwischen der gewohnten fotooptimierten Werbung und kulturellen Codes ermöglichen einen neuen Blick auf Waren und Werbeslogans.
(Kunstforum INTERNATIONAL, Bd. 230: KONFLIKTE: Zur existentiellen Notwendigkeit von Kunst, Dez. 2014)

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Thomas Grötz (DeutschlandRadio Kultur): Ankündigung der Wirklichkeit - Der Komponist und Klangkünstler Georg Klein

"Um die Verhältnisse zu verstehen, in denen man lebt, kann man versuchen, sie von außen wahrzunehmen. Eine bewusste Distanz oder Inszenierung ist nötig, um ansatzweise spürbar zu machen, welche gesellschaftlichen Faktoren das Individuum beinflussen. Mit seinem Projekt "turmlaute.2 watch tower" bestimmte der Komponist und Klangkünstler Georg Klein eine solche 'erhöhte' Perspektive. (...)
Neben einem besonderen Interesse an den medialen und elektronischen Aspekten unserer Gegenwart tritt in Georg Kleins frühen Instrumentalstücken ein Element in Erscheinung, das bereits auf seine späteren klangkünstlerischen Arbeiten vorausweist, in denen neben klanglichen auch optische Aspekte eine wichtige Rolle spielen. (...) "Laut-sprecher und Leisesprecher" von Georg Klein ist ein Musik-Stück zum Sehen, das für die Sprecher und Sprecherinnen eine grosse Herausforderung darstellt. Menschliche Fähigkeiten und Defizite werden zugleich vorgeführt, und die Frage erscheint: Was ist Wirklichkeit? Diese Fragestellung taucht immer wieder auch in Georg Kleins Klang-Installationen auf. Sein 2013 in Berlin zu erlebender Sound Walk etwa war ein Klang-Spaziergang, bei dem die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich im Berliner Regierungsviertel aufhalten konnten, wo sie an bestimmten geographischen Punkten zusätzliche akustische Informationen erhielten. (...)
Georg Kleins Klang-Installationen wirken als vielschichtige Einflüsterungen. Sie verfolgen allerdings nicht das Ziel, zu manipulieren, oder auf versteckte Weise machtpolitische Interessen zu verfolgen, sondern sind als behutsame, aber auch nachdrückliche Hinweise im Sinne einer aufklärerischen, politischen Arbeit angelegt. Sie sind kritische Einwürfe, die für bestehende gesellschaftliche Spannungen und für unterschwellige Bedeutsamkeiten empfänglich machen wollen. Georg Klein ist ein kritischer Komponist und Medienkünstler, der hinter die Kulissen schaut, bzw. hört und dem Einzelnen Anstöße geben will, sich mit der komplexen und mehrschichtigen Wirklichkeit, in der er lebt, auseinander-zusetzen." (Einstündige Portraitsendung, DRadio Kultur, 18.3.2014)


GK-Radioportrait-Grötz (Ausschnitt) >> gesamte Sendung bestellen
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Fabian Czolbe (positionen): toposonie::spree - Eine Gratwanderung

"Ein Soundwalk entlang der Spree – überraschend taucht man in Klänge, Collagen oder kleine Hörszenen ein, eine fremde Stimme rückt nahe ans Ohr und undurchdringliche Wände lassen für einen Augenblick das Verborgene durch-schimmern. Mit Kopfhörer und Smartphone lässt sich seit Juli 2013 die permanente Klangtopographie des Medien-künstlers und Komponisten Georg Klein am Spreeufer in Berlins Mitte erkunden. Rund um das Spreeufer zwischen Bodemuseum und Regierungsviertel lässt Klein eine Wirklichkeit entstehen, die sich mit der situativen Realität vor Ort auf unterschiedlichste Weise mischt. (...) Die 30 Klangpunkte bieten ein ausgewogenes Verhältnis aus musikalischen und szenischen Situationen. Darunter sind sechs »Brückenharmonien« zu hören, die sich als harmonisches Konglo-merat aus realen und irrealen Klängen über einer Grundfrequenz auftürmen und dabei ein überraschendes Wechsel-spiel mit dem Geschehen auf der Brücke eingehen.
Flaniert man weiter, so tauchen neben kristallinen Hörfelder Collagen und hörspielartige Szenen auf. Fast unmerklich gleitet man von abstrakten, überzeichneten Wirklichkeiten zu den Orten des realen Geschehens. (...) Dabei entstehen zugleich auch Spannungen zu der scheinbar luziden Architektur der Regierungsgebäude oder zu den undurchdringlichen Häuserwänden. Zunehmend bestärkt sich das ungute Gefühl, dass sich unsichtbare Stimmen Gehör verschaffen, oft-mals überraschend und nicht selten bedrohlich nahe am Ohr – sei es im individuellen Soundwalk oder im politischen Alltag. Ortsspezi-fische Aufnahmen und klangliche Bearbeitungen färben die reale Klangumgebung ein und eröffnen sogleich eine reflektierte Distanz zum Gehörten wie zum Gesehenen. Es ist schließlich nicht allein die auditive Ver-strickung verschiedener Wahrnehmungs- und Wirklichkeitsperspektiven, die diesen Soundwalk zu einem Erlebnis macht, sondern auch die sich ständig aktualisierende Wahrnehmung der urbanen Umgebung. toposonie :: spree ist ein Klangparcour, der mittels akustischer Transparenz Wirklichkeiten befragt. (...) Eine entdeckungsreiche Arbeit ortsspezifischer Klangkunst mit politischer Tiefe. "
(positionen 97, Nov. 2013)
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Ursula Maria Probst, Franz Thalmair (KUNSTFORUM International): Die Un/Sicht-bare Stadt als Aktionsraum der Widersprüche

"In dem Projekt „Sprich mit mir“ (2009), das Georg Klein und Dorothea von Stillfried realisierten, wird durch die Befragung von Freiern ein Lautbild zu deren Zugang zur Prostitution geschaffen. Während weibliche Prostituierte im Kampf um ihre Rechte immer häufiger in den Medien auftreten und zu ihrem gesellschaftlichen Status Rede und Antwort stehen, ist über die Motivation der Kunden, die meist unerkannt bleiben wollen, wenig zu erfahren. Klein's Installation besteht aus einer Sprechsäule (...).
Der hier zur Anwendung kommende Begriff „Widerspruch“ bedeutet „Gegenrede“ und wendet sich heute an alle, die an der Veränderung von politischen, sozialen und ökonomischen Verhältnissen interessiert sind. Künstlerische Praktiken des Widerspruchs sind stets wesentliche Impulse avantgardistischer und sozialer Bewegungen des 20. Jahrhunderts gewesen, deren Handlungsfeld bis heute vornehmlich der Stadtraum ist. Der un/sichtbare rote Faden, der das Heterogene im „Aktionsraum der Widersprüche“ schließlich miteinander verbindet, führt gerade eben am Gegensatzpaar von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit entlang. Es geht um eine Kunstpraxis, die Unsichtbares ans Tageslicht fördert und allzu Sichtbares in seiner Strahlkraft einzudämmen versucht."
(KUNSTFORUM International, Bd. 212, Nov./Dez. 2011, S. 66-106)
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Beral Madra (Art Critic and Curator, Istanbul Biennale / Visual Arts Director of European Capital of Culture Istanbul 2010):

„Georg Klein belongs to the established artists in Berlin contemporary art scene. He is one of an activist group of artists who made outstanding contributions to the development of the artistic production with their interdisciplinary installations in exhibitions with strong social and political concepts.
He examines and deals individual psychology, behaviour and deed within the paradox of tradition and modernity. Georg Klein, who prefers using sound installations, photographic and video images in his work, builds a sort of 'witnessing' relationship with the audience. Video and photographic installations, audio recordings are the mediums he frequently chooses to use. His works wanders around the concepts such us 'identity', 'public space - private space', 'memory', 'art practise' and 'consumption culture'.
In these works the personal and the impersonal, or reality and fiction deceive one another. From these works a world is reflected which is familiar but also alien, personal but universal as well".
(Beral Madra, BM Contemporary Art Center Istanbul / Berlin Residencies in Istanbul,
Dec. 2010).

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Stefan Fricke (Hessischer Rundfunk): Klang_Kunst_Klang, Teil 6: Portrait Georg Klein

„Wiederholt hat Klein, der 2002 mit dem Deutschen Klangkunstpreis ausgezeichnet wurde, mit seinen Installationen, die bevorzugt im und für den öffentlichen Raum entstehen, auf Miss- und Querstände in unserer Gesellschaft aufmerksam gemacht. Ein für ihn wichtiger Aspekt seiner audiovisuellen Kunst ist die Einbindung des Publikums durch eigens dazu entwickelte Konzepte der Interaktivität und Partizipation.” (Sendung vom 16.2. 2010, 22-23Uhr, HR2, 55min.).
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Prof. Verena Kuni (Uni Frankfurt): Sprich mit mir! (Installation takeaway, Weismann & Klein)

„Auch wenn die Situationen, die sich in jener Zeit rund um den kleinen roten Imbisswagen ergaben, zwangsläufig nicht der Komik entbehrten: Darum, andere vorzuführen, geht es Weismann & Klein ganz sicher nicht. Es handelt sich einfach um die Einladung, selbst einmal die Erfahrung zu machen: Wie ist es eigentlich, wenn die Maschine mit Dir spricht? Und wie, wenn Du dabei gar nicht sicher bist: Mit wem oder was habe ich es hier eigentlich zu tun?“ (Werkkatalog VIS-A-VIS Steffi Weismannn, Hg. Petra Reichensperger, Nürnberg 2009, S. 7-13)

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Prof. Sabine Sanio (Musik-Konzepte Sonderband Klangkunst): Ästhetische Erfahrung als Wahrnehmungsübung?

Demgegenüber thematisiert Georg Klein in seinen Installationen zusammen mit Atmo-sphäre und Geschichte des konkreten Orts immer auch die Frage nach dem Einzelnen in der modernen Stadt mit ihrer Tendenz zur Anonymität und Vereinzelung. Für seine Themen findet er ungewöhnliche und doch unspektakuläre Orte: In zwei U-Bahneingän-gen in Warschau und Berlin installierte er für TRASA Warszawa-Berlin (2004) eine ver-zerrte Internet-Video-Live-Stream-Kommunikation, in den Räumen eines alten DDR-Grenzwachturms konfrontierte er in turmlaute.2 (2007) die dort sichtbaren Spuren alter Überwachungstechniken mit der zunehmenden Abschottung Europas nach außen, die mit ganz ähnlichen Techniken operiert, auch wenn diesmal nicht das Verlassen des Gebiets, sondern sein Betreten verhindert werden soll. Die unterschiedlichen Konzepte für Klangkunst im öffentlichen Raum operieren alle mit dem Haltungswechsel, den wir vornehmen, wenn wir uns einem Kunstwerk zuwenden. Dass dieser Haltungswechsel heute in alltäglichen Kontexten stattfindet, ist ein Indiz für eine Veränderung im Charakter der Grenze zwischen Kunst und empirischer Realität.
(Musik-Konzepte Sonderband Klangkunst, XI/2008 edition text+kritik, Hg.U.Tadday) 
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Dr. Uwe Rüth (Katalog sonambiente): Die Vermittlung von Klangkunst

„Die Klangkunst erfährt nach meiner Erfahrung nach die größte öffentliche Aufmerksamkeit, wenn sie in alltägliche Situationen öffentlicher Räume integriert wird. Die Installation „Ortsklang Marl Mitte“ von Georg Klein, einem der Preisträger des ersten deutschen Klangkunstpreises, war eine ironisch-soziologisch orientierte Klangintervention am Un-Bahnhof in Marl-Mitte, auf die die Marler Bevölkerung in erstaunlicher Weise reagierte.
(In: sonambiente Katalog 2006, S. 235-242)
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Dr. Sabine Sanio (DeutschlandRadio): Georg Kleins Ortsklang.

Ein Radioportrait von Sabine Sanio zu Georg Kleins Installationen im öffentlichen Raum. Mit Beiträgen von Marius Babias und Michael Müller.
"In Kleins Klanginstallationen spielen Texte stets eine wichtige Rolle. Dennoch ist die Sprache nicht dominant. Das hängt damit zusammen, dass Klein alle Texte wie musikalisches Material behandelt."
(Deutschlandradio Kultur, Sendung vom 20.12.2005, 55min.)
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Dr. Barbara Bathelmes (Katalog TRASA): Georg Klein oder der Künstler als Orts-Seher.

"Georg Kleins Klangsituationen im öffentlichen Raum ist ein theatrales Moment eigen. Theatral in dem Sinn, dass der Betrachter oder Zuhörer durch die Situation veranlasst wird, nicht mehr regungslos vor dem Objekt zu verharren oder im Sessel fixiert der von Interpreten dargebotenen Musik zu lauschen, sondern sich zu verhalten, sich zu bewegen, zu handeln. So setzt der Installationskünstler, dem Regisseur und Bühnenbildner vergleichbar, den Hörer in wörtlichem Sinn ”in Szene”." (In: Katalog TRASA warszawa-berlin, Kehrer-Verlag, Heidelberg 2004)
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Dr. Piotr Rypson (Katalog TRASA): Woanders. (TRASA warszawa-berlin)

„Der Autor von TRASA stützt sein Werk auf die Klischees der Gegensätze Ost-West, Berlin-Warschau, Deutschland und Polen ohne fertige Lösungen zu servieren. Paradoxerweise bedient er sich der neuesten Medientechnologie, um mit von den Medien konstruierten und betriebenen Bezügen diese Vehikel für Massen-Emotionen und politisch-wirtschaftliche Manipulationen ins Wanken zu bringen.“ (In: Katalog TRASA warszawa-berlin, Kehrer-Verlag, Heidelberg, 2004)
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Dr. Claudia Tittel (Positionen): JE est un autre" - Selbsterkenntnis.

"Georg Klein versucht die Selbsterkenntnis in eine andere Ebene zu überführen, die in der Ambivalenz des Ephemeren liegt. Der Spiegel hält den Betrachter in einem 1:1 Verhältnis im Bild, das er selbst zu durchbrechen vermag, indem er aus der Bild- und somit seinem eigenen Blickfeld verschwindet. " (In: Positionen 57, 2003)
 
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Julia Gerlach (Positionen): Inmitten Marl. Erster Deutscher Klangkunstpreis.

"So entstand aus Klang - Text - Ort ein offenes jedoch inhaltlich und materiell selbstreferentielles System, zugleich labil und in sich widersprüchlich – wie die Situation selbst. Das spürt man und das macht die Arbeit stark." (In: Positionen 55, 2003) >> vollständiger Artikel
 
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Prof. Doris Kolesch (FU Berlin): Gehör-Gänge - Zu Georg Kleins Klangsituation „transition“

"Was Klein und Kleist hier sozusagen aus produktionsästhetischer Sicht vom stehenden Klang und vom in der Luft stehenden Stein sagen, hat auch Konsequenzen für die zeitliche Dimension des Musikhörens: Kleins Arbeit thematisiert das unauflösliche Ineinander von gegenwärtigem Hören einerseits und der Erinnerung des Gehörten andererseits. " (Art Lecture vom 14.6. 2002, SFB Kulturen des Performativen, FU Berlin)
 
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Dr. Sabine Sanio (Katalog transition): im vorübergehen? kunst und eingedenken

"Orte der Passage sind Sinnbilder des postmodernen Lebens und der spezifischen Form von Einsamkeit, die es hervorbringt. So wie die Künste die spezifischen Erfahrungen einer Epoche reflektieren, ist hier eine Klangsituation realisiert, in der sich unsere Erfahrungen mit diesen Orten der Passage artikuliert."
(transition-textbuch, Pfau-Verlag, 2001)
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